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  • 22.09.2020
Deutschlands Industrie stabilisiert sich
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22.09.2020

Deutschlands Industrie stabilisiert sich

Die Bundesbank erkennt Anzeichen für ein Ende der Talfahrt der deutschen Industrie. "So trübte sich die industrielle Auftragslage seit einigen Monaten nicht weiter ein, und die Warenausfuhren expandierten merklich", heißt es in ihrem Monatsbericht. Zugleich hätten sich die Geschäftserwartungen der Industriebetriebe in den vergangenen Monaten etwas aufgehellt und die Exportaussichten verbessert.

Damit mehrten sich die Hinweise, "dass sich das Verarbeitende Gewerbe mit Beginn des neuen Jahres stabilisieren könnte". Der Industrie macht neben Handelskonflikten und mauer Weltkonjunktur auch die Krise der Autobranche zu schaffen.

Zuletzt trat die deutsche Konjunktur der Bundesbank zufolge wegen der schwächelnden Industrie auf der Stelle. "Die deutsche Wirtschaftsleistung blieb im letzten Quartal 2019 wohl insgesamt unverändert", betonte die Bundesbank. Im dritten Quartal hatte es noch zu einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gereicht.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht erst am 14. Februar eine erste Schätzung zum Abschneiden im vergangenen Quartal. Die Statistiker hatten jüngst von Anzeichen einer leichten Erholung gesprochen.

Auftrieb sei nach wie vor von der Binnenwirtschaft gekommen, erklärte die Bundesbank weiter. "Hier hielten die trotz schwacher gesamtwirtschaftlicher Entwicklung recht günstigen Arbeitsmarkt- und Einkommensaussichten die Konsumfreude der Verbraucher aufrecht." Auch die Baubranche habe davon profitiert, zusätzlich noch von sehr günstigen Finanzierungsbedingungen. "Ein Ende des Baubooms zeichnet sich weiterhin nicht ab."

Handelskrieg mit EU würde USA härter treffen
Das Geldinstitut äußerte sich auch zu den derzeit schwelenden Handelskonflikten. Ein offener Handelskrieg zwischen den USA und der EU würde aus seiner Sicht beide Seiten empfindlich treffen. Sollten alle Zölle im beidseitigen Warenaustausch um 25 Prozentpunkte angehoben werden, würde die Wirtschaftsleistung der EU mittelfristig um ein Prozent gedrückt, geht aus dem Bericht hervor. "Die negativen Effekte in den USA wären sogar noch stärker."

Für die US-Wirtschaft dürften die schädlichen Folgen deutlich größer ausfallen als die aus dem Handelsstreit mit China, prognostizieren die Bundesbank-Experten. Ihrem Urteil zufolge haben andere Länder von dem Konflikt der beiden weltweit größten Wirtschaftsmächte bislang nicht nennenswert profitieren können. "Die bisher beobachteten Umlenkungseffekte fielen gering aus." Die USA hätten keinen Gewinn aus ihrer restriktiveren Handelspolitik gezogen. Vielmehr sei die Produktion dort wohl etwas gedämpft und der Preisauftrieb tendenziell verstärkt worden. Zudem seien keine spürbaren positiven Beschäftigungseffekte zu erkennen.  
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